Nudel oder nicht Nudel, das ist hier die Frage

Als leidenschaftliche Köchin probiere ich sehr gerne neue Rezepte und Produkte aus. Vor kurzem bin ich auf die sog. "Konjak-Nudel" gestossen. Das ist eine Art Nudel, die aus der japanischen Konjak-Wurzel hergestellt wird. Im Gegensatz zu normalen Nudeln, enthalten Konjak-Nudeln keine Kohlenhydrate und praktisch keine Kalorien (rund 8 kcal auf 100g). Was? Wie bitte? 
Nudeln ohne Kalorien und Kohlenhydrate? Gibt's sowas? Das kann doch eigentlich nur auf Kosten des Geschmacks gehen. 


Ja und nein. Der Erfinder der italienischen Teigware würde sich wohl im Grabe umdrehen, wenn er diese Nudeln kosten müsste. Sie lassen sich damit schlicht nicht vergleichen. 

ABER, so schlecht wie viele Kritiker schreiben, sind sie nun auch wieder nicht und im Rahmen einer Low-Carb Ernährung z.B. sind sie eine gute Alternative zu echten Nudeln. 

Mich erinnerten sie am ehesten an Reisnudeln. Die Nudeln an sich sind geschmacklos. Sie nehmen den Geschmack der Sauce auf und damit sind sie einfach so gut, wie die Sauce gut ist.  Am besten köchelt man sie direkt mit der Sauce mit. Da sie nicht verkocht werden können, kann man sie bereits zu Beginn des Kochvorgangs zur Sauce seiner Wahl hinzufügen und lange mitköcheln lassen. 

 

Ich habe für euch das Rezept in Bildreform dargestellt. Da ich meistens frei Schnauze koche, kann ich zu den Mengenangaben nur grobe Angaben machen, aber die wichtigsten Parameter sind enthalten.

Die Zutaten für 2-3 Portionen: 

- 250g Champignons

- eine kleine Zucchetti

- eine rote und gelbe Paprika

- 400g gehackte Tomaten (Dose)

- 1 Zwiebel und Knoblauch

- 1 Pouletbrust (ca. 150g)

- 2-3 Esslöffel Tomatenmark

- Gewürze nach Wahl (Salz, Pfeffer, Rosmarin, Oregano, Basilikum, Curry etc.)

- Olivenöl

 

Nun kommt die erste Besonderheit: Die Nudeln werden in einer Wasserlake verkauft. Wenn man die Verpackung öffnet entweicht ein rel. unangenehmer Fisch-Geruch. Das ist normal und der natürliche Geruch dieser Konjak-Wurzel. Als erstes muss man die Nudeln also unter fliessendem Wasser gründlich durchspülen. Der Fischgeruch verschwindet. Im fertigen Gericht ist kein Geruch mehr erkennbar. 

Alle Zutaten kleinschneiden, zuerst die Zwiebel und den Knoblauch andünsten und dann nach und nach alle Zutaten hinzufügen. Am Schluss das Ganze mit den gehackten Tomaten und etwas Wasser ablöschen und 2-3 Esslöffel Tomatenmark hinzufügen.

Die gewaschenen und abgetropften Konjak-Nudeln hinzufügen, untermischen und das Ganze nach Wunsch würzen. Eine leichte Curry-Note hat mir hier gut gefallen. 

Das Ganze bei geschlossenem Deckel so lange köcheln lassen bis das Gemüse gar ist (ich mag es, wenn das Gemüse noch knackig ist, aber das kann jeder so machen wie er möchte). 

Hier das Resultat. Ein ratatouille-artiger Eintopf mit Konjak-Nudeln. Mein Mann hat gesagt, es habe fantastisch geschmeckt und die Konjak-Nudeln seien eine echte Alternative zu normalen Nudeln, vor allem weil einem Letztere abends doch etwas schwer im Magen liegen können.

 

Es gibt die Nudeln übrigens in unzähligen Variationen, als Spaghetti, Penne, Nudeln, "Reis".

 

Erhältlich sind sie z.B. hier oder in gut sortierten Reformhäusern. In Deutschland sind sie bereits weiter verbreitet als bei uns in der Schweiz (wie dies bei Neuerungen oft der Fall ist).  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0